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SDG 7 Klima/Energie

  1. Werden Sie als Oberbürgermeister*in eine intensive Begrünung der Innenstadt, auch mit einer nötigen Entsiegelung verbunden - insbesondere Am Sande, voranbringen, um der Überhitzung der Stadt während zukünftiger klimawandelbedingter intensiverer Hitzewellen entgegenzuwirken?
  2. Wie wollen Sie erreichen, dass Lüneburg bis 2030 im Wärmesektor ohne fossile Energiequellen nutzende Heizungen auskommt?

Frau Kalisch sieht sich durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts bestätigt. Es sei ein Weckruf, um das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten zu sichern. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung reichten dafür nicht aus. Es brauche die zügige Umsetzung des beschlossenen Klimaschutzplanes. „Dies werde ich zur Chefsache machen. … Die Entsiegelung des Platzes ‚Am Sande‘ ist nicht prioritär, es braucht eine deutliche Flächenentsiegelung & Schutz von Kalt- & Frischluftflächen“. Der Marienplatz wäre eine Option für die Entsiegelung, wie auch die Begrünung von Dächern, die für PV-Anlagen nicht geeignet sind, von Fassaden sowie Neuanpflanzungen.“ „Grundsätzlich ist das gesamtstädtische Klimagutachten zwingend zu berücksichtigen.“ Um das 1,5 Grad-Ziel erreichen zu können, seien effektive und sofortige Maßnahmen auf allen Ebenen nötig, in der Stadt und bei den städtischen Beteiligungsgesellschaften.
Um Lüneburg bis 2030 klimaneutral zu gestalten, bedürfe es einer weiteren Nutzung von regenerativen Energien auch im Wärmesektor. Beim Bauen sollen vermehrt Holz und recyclebare Materialien nach dem cradle-to-cradle Ansatz eingesetzt werden. Kommunale Gebäude sollten Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen erhalten, sofern Statik und Wirtschaftlichkeit dies ermöglichten. „Mein Ziel ist, die Begrünung von Dächern, Fassaden sowie Neupflanzungen in unserer Stadt konsequenter voranzutreiben.“ Auch die Gründung einer kommunalen Energiegenossenschaft steht auf ihrer Wunschliste.


Herr Meihsies verweist auf das Begrünungsprogramm, das bereits 1996 im Landschaftsplan vorgeschlagen und in dieser Form nicht umgesetzt worden sei. Er werde ein Begrünungsprogramm in Absprache mit den Umweltverbänden erarbeiten. Wichtiger erscheine ihm aber eine Reduzierung der Bebauung insgesamt, „u.a. bei Gut Wienebüttel um die Kaltluftzufuhr für die Innenstadt sicherzustellen.“  
Der im Juni im Rat der Hansestadt verabschiedete Klimaschutzplan sei für ihn eine solide Grundlage für weitere Aktivitäten. Ihm sei klar, „dass wir nicht in die Eigentumsrechte der Menschen eingreifen und ihnen nicht vorschreiben, was sie zu tun haben.“ Stattdessen setze er auf Aufklärung, Dialog und finanzielle Zuschüsse. Beginnen werde er mit einer Klimaschutzkonferenz.


Frau Scherf kann sich eine stärkere Begrünung der Innenstadt gut vorstellen, nicht nur aus Klimaschutz-Gründen, sondern auch um die Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu erhöhen und so die Leitfunktion des Handels zu erhalten, der durch den Online-Handel und Corona arg geschwächt sei. Der Platz „Am Sande“ verdiene mehr zu sein „als ein Omnibusbahnhof“.  
Beim Thema „Energie“ sieht sie nur einen begrenzten Handlungsspielraum des Stadtrates. „Weder der Rat noch ich können den Menschen alles vorschreiben.“ Gestaltungsspielraum sieht sie bei den städtischen Gebäuden, wie bei Dämmung oder dem Einsatz erneuerbarer Energien. Aber auch da sei es das Gebot für die nachkommende Generation, sich nicht zu verschulden, die Wirtschaftlichkeit dürfe nicht aus den Augen verloren werden. „Ob und ggf. wie der Rat die ihm an die Hand gegebenen Instrumente des Bauplanungs- und Bauordnungsrechts oder der finanziellen Förderung nutzen möchte, obliegt seiner Entscheidung, die er sicher nicht treffen wird, ohne z.B. die finanziellen Möglichkeiten der Bauwilligen in den Blick zu nehmen.“


Frau Steinrücke werde sich auch für „mehr Grünflächen, mehr Begrünung und eine verbesserte Aufenthaltsqualität in der Innenstadt“ einsetzen. Sie sieht eine Vielzahl von Zielkonflikten bei der Entsiegelungdes Platzes „Am Sande“ (Denkmalschutz, Lieferverkehr, …). Vorstellbar sei für sie eine „Pollerung“, um den privaten Autoverkehr zu unterbinden. Eine Flaniermeile wie an anderen Orten der Stadt sehe sie dort nicht. 
Beim Thema Energie sehe sie Handlungsspielräume. „Photovoltaik auf allen geeigneten Dächern und Flächen unserer Stadt installieren - Windenergie auf Freiflächen ausbauen, durch Kooperation mit den Umlandgemeinden - Stromüberschüsse in Speichern vorhalten …“ Sie möchte Förder- und Beratungsprogramme auflegen, dafür das Volumen des Klimaschutzfonds der Hansestadt verdoppeln. Erneuerbare Energien, auch bei Wärme, seien in allen öffentlichen Gebäuden zu installieren. Die ökologischen Standards des Baugebietes „Am Wienebütteler Weg“ seien auf alle neuen Baugebiete übertragen.


Herr Pauly sieht per Saldo eine Entsiegelung nur möglich, wenn der Individualverkehr als Regelverkehr in Lüneburg zurückgedrängt werde. Er sieht gute Möglichkeiten dazu, wenn Straßen in Wohngebieten, wie z.B. am Krähornsberg in der Breite verkleinert würden. Bei neuen Baugebieten sollten konsequent Einbahnstraßen und zentrale Parkplätze geplant werden, um die Zeit im Auto zur Wohnung zu verlängern. 
Beim Thema Energie müsse auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Ein Anschlusszwang, auch für neue Baugebiete, wie am Wienebütteler Weg, an das fossil-betriebene Avacon-Netz, sei für ihn der falsche Weg, stattdessen sollte die Stadt „durch Vorgaben in B-Plänen oder städtebaulichen Verträgen auf Null-Energiehäuser hinwirken sowie moderne Methoden wie Wärmepumpen gegenüber Öl und Gas privilegieren.“ Durch den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien, verbunden mit einem Lastmanagement und ökonomischen Anreizen dazu (was aber Bundesaufgabe ist) solle auch das Thema Heizen durch überschüssigen Strom in den Fokus der Planungen rücken.


Auch Herr Meyer will die weitere Begrünung und Entsiegelung der Innenstadt. Er sehe auch Möglichkeiten für den Platz „Am Sande“. Immerhin habe es dort schon in der Vergangenheit einen „nicht unwesentlichen Baumbestand“ gegeben. Der Platz könne eine Vorbildfunktion für die Innenstadt haben.  
Beim Thema Energie sieht er weitere regulatorische Möglichkeiten, um das selbst gesetzte Klimaziel zu erreichen. Gerade aber beim Thema Heizen bedürfe es der Subventionen. „Das Baurecht gibt der Stadt Lüneburg darüber hinaus ein Instrument an die Hand, um regulierend einzugreifen.“


Herr Kerber sieht beim Thema Begrünung, dass bisher zu sehr auf Barrierefreiheit und Erreichbarkeit für den Lieferverkehr gesetzt werde. In Zukunft müsse sich das ändern. Zum Platz „Am Sande“ sagt er: „Eine Baumbepflanzung bei gleichzeitiger Verkehrseinschränkung würde dem Erscheinungsbild des Platzes und dem Klima guttun.“ Für die Idee einer grünen Insel möchte er Bürgerideen mit einfließen lassen. 
Er sehe die Grundversorgung mit Strom mit seinem stetig ansteigenden Anteil an regenerativen Energien auf einem guten Weg. Beim Heizen sehe er mehr Schwierigkeiten. Der Ausbau der Fernwärmenetzes sei für ihn keine Lösung, denn „die Emissionen (werden) lediglich aus den Wohngebieten hin zum Wärmelieferanten verlagert. Die Klimabilanz wird nicht verbessert.“


Frau Hoffmann sieht starke Regenfälle und die Überhitzung der Stadt als kommende Probleme auf uns zukommen, von daher ist die Entwicklung von mehr Grünflächen zwingend voranzutreiben. 
Bei der Energie setzt sie auf Solarthermie und Nutzung von Speichersystemen (z.B. „Abgabe bei Überschuss zum Beispiel an Nachbarn“) muss dringend vorangetrieben werden.