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SDG 2 Landwirtschaft

Frage 2: In der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) tragen die nachfragenden Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Diese Art der Partnerschaft ermöglicht dem Erzeuger sozial angemessene Preise, zudem bestimmen Erzeuger und Verbraucher die Art der Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung. In Lüneburg wirtschaftet die Gemeinschaft WIR Garten nach diesem Prinzip.
Durch welche Maßnahmen fördern Sie den nennenswerten Zuwachs an SOLAWIS im Lüneburger Umland bis zum Jahr 2030?


Frau Kalisch hält die Solidarische Landwirtschaft für ein sehr spannendes Konzept und unterstützungswürdig. Auch wenn ihr Herz für solche Ansätze schlage, wisse sie um die Aufgaben und Zwänge einer Verwaltung. Daher gelte für diese und alle nachfolgenden Ausführungen: Geld ist nur begrenzt verfügbar. Die Stadtverwaltung habe die Aufgabe, im Rahmen der politischen und gesetzlichen Vorgaben, die Daseinsvorsorge vor Ort sicherzustellen und bestmöglich für ihre Bürger*innen zu gestalten. Auf diese Kernaufgabe gelte es sich bei allen Ansprüchen stets zu besinnen. Sie führt an, dass der Hansestadt Lüneburg aufgrund eines Entschuldungsvertrages nur 3% des Haushaltes für alle freiwilligen Leistungen zustünden. Wie überall sei hier besonders der Einsatz der Steuermittel abzuwägen - zwischen Ansprüchen aus Bildung, Kultur, ärztlicher Versorgung etc. Der grundsätzliche Einsatz von Steuermitteln für solche Projekte sei daher eher fraglich. Ihr Ziel sei daher vielmehr, im Rahmen einer verbesserten Beteiligung die Bereitstellung eines Bürger-Budgets, für das die Bürger*innen Projekte einreichen und worüber sie selbst abstimmen könnten. SOLAWI-Projekte könnten hierbei durchaus attraktiv sein, und dies werde sie als ersten Impuls vorschlagen. Grundsätzlich sei ihr Ziel, bei der finanziellen oder anderweitigen Förderung künftig dem Nachhaltigkeitsgedanken eine zentrale Rolle zu geben, und damit der Frage, welcher messbare Nutzen sich dadurch für Lüneburg und seine Ziele ergebe. Hierfür seien Kriterien zu entwickeln und dann auch zu definieren, wann ein Zuwachs als „nennenswert“ zu erachten sei. Hierfür sei ihr die Zusammenarbeit mit dem Nachhaltigkeitsrat und der Leuphana Universität sehr wichtig.


Frau Steinrücke führt bei der Beantwortung der Frage folgende Stichworte und Zusammenhänge an: - Fester Bestandteil in der integrierten Stadtentwicklung und Quartiersarbeit 
- Über Stadtgrenzen hinweg 
– gemeinsames Flächenmanagement mit dem Landkreis 
- Wochenmarkt einbinden. 
Ihrer Ansicht nach könne die Stadt begleitend und informierend mitwirken, wenn es um Partnerschaften zwischen Konsument*innen und Anbieter*innen gehe. Das private Engagement gelte es zu unterstützen, aber es solle eben auch von der eigenen Initiative geprägt sein. Ein Projekt wie „Wir Garten“ in Ochtmissen begrüße sie.


Als Oberbürgermeisterin erachtet Frau Scherf es zunächst als ihre Aufgabe die der Stadt zugewiesenen Verwaltungsaufgaben bestmöglich sowie nach Gesetz und Recht zu erfüllen. Bestimmte Lebens- und Wirtschaftsmodelle, die sich in der Zivilgesellschaft ohne staatliches bzw. öffentliches Zutun entwickelten, wolle sie gerne fördern, sofern der Rat dies beschließe. Ob und inwieweit weitere Flächen für eine Solawi bereit- oder zur Verfügung gestellt werden könnten und ob eine Förderung von Projekten im Umland Lüneburgs, also außerhalb des Stadtgebiets, möglich sei, werde dann zu prüfen sein. 
Freies und eigenverantwortliches Gestalten von Lebensbereichen, wie dies bei den Erzeuger-Verbraucherbeziehungen in Solawi-Projekten der Fall sei, begrüße sie und halte sie für wichtig. Grundsätzlich ist sie der Ansicht, dass der Staat - also auch die Kommunen - nicht notwendig in alle privaten Bereiche hineinwirken, aber gute Rahmenbedingungen unterstützen sollten.


Herr Meihsies schlägt vor, die Bebauung bei Gut Wienebüttel zu Gunsten der Solidarischen Landwirtschaft zu reduzieren. Daneben könne die Stadt Fördermitgliedschaften zum Wir Gartenprojekt verschenken bzw. subventionieren.


Herr Meyer begrüßt die genossenschaftlichen Aktivitäten in der Landwirtschaft. Insbesondere auf der Nachfrageseite sieht er große Potenziale für ein Engagement der Hansestadt durch den Einkauf für die öffentlichen Betriebe. Auf diesem Weg sei eine massive Förderung der solidarischen Landwirtschaft möglich.


Herr Pauly beobachtet die Konzepte der solidarischen Landwirtschaft in und für Lüneburg mit einiger Begeisterung. Allerdings habe er Zweifel, ob solche „Nebenwirtschaften“ das Mittel der Wahl seien, die gesamte Gesellschaft darauf umzupolen. Das „klassische Wirtschaften“ sei seiner Meinung nach durchaus in der Lage, die Erzeugerinnen und Erzeugern guter landwirtschaftlicher Produkte angemessen zu bezahlen. Ein Grundsatz sei dabei, dass jeder Mensch dazu finanziell und zeitlich in die Lage versetzt werden müsse, und dass es keine groben Fehlanreize (subventionierte Massentierhaltung, einen viel zu niedrigen Marktpreis und eine hohe Marktmacht der einkaufenden Supermärkte) geben solle. Solange diese Grundsätze nicht eingehalten würden, solange es eine falsche Subventionspolitik gebe, solange seien auch Mittel wie die solidarische Landwirtschaft anzuwenden, bis sich alle Teile der Produktions- und Konsumkette so nachhaltig verhalten würden. Er freue sich darüber, dass WirGarten hier in Ochtmissen richtig aktiv sei und dass diese Produkte in Lüneburg bis ins Herz eines großen Edeka-Marktes hinein sichtbar seien und so die Auseinandersetzung mit diesen Produktionsverhältnissen in der Landwirtschaft führten.


Herr Kerber begrüßt den Ansatz des „Wir Garten“, stellt aber heraus, dass dieser in Lüneburg noch nicht ausreichend bekannt sei. Er könnte sich daher vorstellen, dass die Stadt auf dem Markt für diese Aktion kostenlos Fläche zur Verfügung stelle. Da es sich nicht um einen Mitbewerber handele, sieht er in einem solchen Angebot keine Bevorzugung gegenüber den Marktbeschickern.


Frau Hoffmann fordert, dass Land und Bund aus dem Regionalbudget den Ausbau der Infrastruktur fördern sollten, zudem solle die Bewerbung und Vermarktung auf den Wochenmärkten unterstützt werden. Informationsabende sollten dringend angeboten werden, da das Solidarprinzip oftmals mit Angst verbunden zu rasch abgelehnt werde, gleichwohl sollten von landwirtschaftlichen Versicherungen Absicherungsmöglichkeiten geschaffen werden.