header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
header1.jpeg
Slide

Fragen vorweg

Die Welt befindet sich einer ökologischen Krise, die die Mineralien (Rohstoffe), das Wasser, den Boden, die Luft umfasst. Verheerende, unumkehrbare Auswirkungen werden prognostiziert. Deutlich wird, dass der Mensch Teil des ökologischen Systems dieser Erde ist und durch sein Verhalten wesentlicher Gestalter dieser globalen Krise.   
Noch, so sagt es die Weltgemeinschaft, ist es möglich, die vordringlichste der Krisen, die Klimakrise, zu minimieren, wenn die Erderwärmung bis 2030 auf 1,5° C gehalten werden kann. Andere Krisen (Rohstoffe werden zu Müll, Überfischung gefährdet die Weltmeere, Überdüngung vergiftet das Grundwasser, der Boden verschwindet) sind nicht weniger wichtig und werden das zukünftige Leben in Lüneburg als auch weltweit in den nächsten Jahrzehnten bestimmen.
Auch in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht ist ein Gegensteuern vonnöten. Es ist zunehmend zu beobachten, dass das Zusammenleben der Menschen in den entwickelten Gesellschaften zu mehr Persönlichkeitsentwicklung, aber auch zu weiterer Vereinzelung, Singularisierung und Vereinsamung führt. Die Arbeitsverdichtung steigt, bezahlbarer Wohnraum ist knapp und die Altersarmut steigt an. In wirtschaftlicher Hinsicht ist eine Entwicklung hin zu größeren Konzernen und eine Verringerung des Mittelstandes zu verzeichnen.
Gehandelt werden muss dabei auf persönlicher, lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene.

  1. Stimmen Sie diesen Erkenntnissen zu oder wie würden Sie die Herausforderungen formulieren?
  2. Seit wann spielen diese Erkenntnisse (bzw. Ihre Bewertung dieser Erkenntnisse) in Ihrem persönlichen Leben eine Rolle und wie haben Sie Ihr Verhalten danach ausgerichtet?
  3. Wie werden Sie als Oberbürgermeister/in von Lüneburg den Bürger/innen in Ihrem persönlichen Lebensstil/Verhalten ein Vorbild sein?

Unserer Beschreibung der „ökologischen Weltsituation“ haben alle acht Kandidat/innen zugestimmt. Manche haben dies auch stark bekräftigt, haben wichtige Aspekte der Herausforderungen benannt und/oder mit Beispielen aus ihrer persönlichen Lebensgeschichte ergänzt.


Claudia Kalisch sah sich schon als Studentin nach einem 9-monatigen Auslandsaufenthalt in Ghana bestärkt, dass das Prinzip „Global denken – Lokal handeln“ auf jeden Ort dieser Erde angewandt werden muss, gerade auch im persönlichen Lebensumfeld. Nach Abschluss ihres Studiums der Umweltwissenschaften in Lüneburg sei es ihr wichtig gewesen, auch beruflich diesem Anspruch näher kommen zu können und so Ökologie, Ökonomie und Soziales miteinander gewinnbringend zu verbinden. So sei sie Mitbegründerin von „Lünestrom“ gewesen, einem Energiedienstleister, der für den Endverbraucher ökologisch erzeugten Strom verkauft. Als Bürgermeisterin der Samtgemeinde Amelinghausen fahre sie mit einem Hybrid-Fahrzeug das „wohl kleinste Bürgermeister-Auto“ im Landkreis Lüneburg. Sie will in Lüneburg ein effizientes Nachhaltigkeitsmanagement im Rathaus und den Beteiligungsgesellschaften etablieren.


Ähnlich umweltbewegt zeigt sich auch Andreas Meihsies. Global Denken - Lokal Handeln, das sei der Leitgedanke der Ökologiebewegung der 80er Jahre, "hier habe ich meine Wurzeln". Der Club of Rome und der Brundtlandbericht "Unsere Gemeinsame Zukunft" hätten schon 1987 die Dramatik der Weltlage aufgezeigt. Der Kauf auf dem Lüneburger Wochenmarkt und Bio seien seine Leitschnur - "damals wie heute". Der Gemüseanbau im eigenen Nutzgarten sei seit über 10 Jahren dazu gekommen.


Monika Scherf stimmt unserer Beschreibung auch voll zu. Sie reflektiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes und macht sich Gedanken, wie die Lüneburger/innen den CO2-Ausstoß deutlich verringern können. Sie will dazu innovative Ideen, neue Lösungen, neue Verfahren, neue Prozesse, neue technische Ansätze von findigen Unternehmerinnen und Unternehmern gewinnen. Und: "wir brauchen einen guten Mix in der Wirtschaftsstruktur und Transparenz, damit Verbraucher und Verbraucherinnen ihre Kaufentscheidungen bewusst und verantwortungsvoll treffen können." Sie selbst habe ihr Auto verkauft, nutze das Car-Sharing, fahre mit dem Fahrrad und kaufe Fleisch im Arche-Park.


Pia Steinrücke ist in einer Fahrrad-Stadt nahe der holländischen Grenze aufgewachsen. Sie habe das Fahrradfahren gleichzeitig mit dem Laufen gelernt. Sie kaufe Bio-Lebensmittel und natürlich regional ein, beziehe Ökostrom. Sie benennt ein anderes Thema als zukünftige Aufgabe. Das "Soziale Auseinanderdriften" sei und werde ein großes gesellschaftliches Problem, das es zu vermeiden gelte. Allen solle auf Augenhöhe begegnet werden. Sie selbst will Dienstfahrten mit dem Fahrrad und ÖPNV machen, und ein E-Auto als Dienstwagen haben. 


Ähnlich argumentiert Michel Pauly, merkt aber selbstkritisch an, dass er zwar umweltbewusst lebe, sein ökologischer Fußabdruck aber vermutlich dennoch das dauerhaft mögliche Maß überschreite. "Ich sehe auch die Umweltpolitik, die Begrenzung der Emissionen, nicht als eine Aufgabe die individuell gestellt werden sollte und danach moralisch bewertet wird." Die Frage nach einem Wandel hin zu einer ökologischeren Welt sei eine politische Gemeinschaftsaufgabe. "Wir sollten niemanden verdammen, dessen Lebensumstände es vielleicht nicht erlauben, sich ökologischer zu verhalten oder wo dies eine Nichtteilnahme am gesellschaftlichen Leben bedeuten würde."


Auch Heiko Meyer stimmt zu. Bereits als Kind sei er von seinen Eltern und Großeltern angehalten worden, Ressourcen sparsam zu verwenden. Heute besitze ein E-Auto und bevorzuge regionale Lebensmittel.
Ebenfalls stimmt Don William Kerber voll und ganz zu. Er verweist auf seinen schon ökologisch ausgerichteten Lebensstil. Er pendele zwischen seinem Büro und Zuhause "fast ausschließlich mit dem Fahrrad". Das sei sein Beitrag zum Klimaschutz. Er kaufe bei hiesigen Unternehmen, möglichst nicht online oder in großen Kaufhausketten, und sei zu Fuß, mit dem Zug oder eben mit dem Fahrrad unterwegs.


Ann Katrin Hoffmann ist auch der Überzeugung, dass „unsere ökologische Krise … uns alle sofort zu handeln anhält“. Sie sieht zum Wohle aller für notwendig an, zum „Verzicht auf mehr Profit, die Zukunft unserer Nachkommen zu sichern“. Notwendig sei eine persönliche Umkehr zu mehr „Gemeinsamkeit, gegenseitige Hilfe und die Erkenntnis mit weniger Verbrauch und Profit ebenso glücklich sein zu können. Die Marketing Welt lehrt uns fälschlich das ganze Gegenteil.“
Sie persönlich sei diesen Weg gegangen, und habe sich im Jahre 2016 von „weiterem Wachstum meines Privatbesitzes“ gelöst. „Ich kündigte nach 32 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit meinen Mietvertrag spontan auf und begann ehrenamtlich tätig zu sein. Dieser Wendepunkt war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Seither sei sie mehr der Natur und den Menschen verbunden. Das Hauptfortbewegungsmittel (95%) werde weiterhin das Fahrrad sein, in der Ernährung spielten Fleisch, Fisch und Eiweiß nur eine geringe Rolle, ihr Einkauf sei Bio, saisonal und regional. Ihr sei die Vorbildfunktion ausgesprochen wichtig, dazu gehörten auch Kleidertausch, die Wiederverwertung von Dingen und „Randgruppen in den Umsetzungswünschen zur Wandlung zu unterstützen ist eines meiner wichtigsten Ziele“.